Männerschnupfen

Bei meinem Mann bahnt sich eine Erkältung an. Rührend hat er sich die letzten Tage um
mich gekümmert, jetzt hat‘s ihn wahrscheinlich leider selbst erwischt.

Eine grandiose Gelegenheit, das Phänomen „Männerschnupfen“ genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bis zum heutigen Tag fand ich es recht amüsant, wenn Frauen davon berichtet haben, wie sich ihr Liebster verhält, wenn er krank ist. Ehrlich gesagt konnte ich aber nicht so recht nachvollziehen, warum bei diesem Thema so genderunfreundlich mit Klischees um sich geschmissen wird. Und war auch der festen Überzeugung, dass mein Mann nicht so ein Männerschnupfen-Mann ist.

Bis ich heute einige Momente erlebte, die mich stutzen ließen…

Ich mache Mittagessen, Flo sitzt da und hält sich den Kopf. Zu diesem Zeitpunkt ist er noch nicht krank, hat aber das starke Gefühl, es bahnt sich an. Auf einmal sagt er „Ich will dass du den Sancto bekommst, sollte ich es nicht schaffen.“ (Sancto ist sein heiliger VW Bus). Ich schaue ihn entgeistert an, schlucke, und wende mich wieder dem Gemüse zu.

Später laufen wir auf dem Weg zum Bioladen ein kleines Stück über den Friedhof. Flo mit leidender Stimme „Meinst du, ich soll mich hier gleich dazulegen, Schatz?“

Zuhause angekommen legt er sich ins Bett, ich spreche noch kurz mit unserer Gastgeberin. Als ich ein paar Minuten später ins Schlafzimmer komme, schaut er mich an wie ein alleingelassenes Kind und murmelt mit apathisch-vorwurfsvollem Tonfall „Endlich kommt mal jemand“.

Er liegt jetzt immer wieder in meinem Schoß und beteuert, wie sehr er mich liebt, und macht mir seltsame Komplimente à la ich bin die heißeste Krankenschwester…

So süß ich ihn finde…
Frauen, ist das etwa die Diagnose Männerschnupfen, von der ihr gesprochen habt???

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